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Unerfüllter Kinderwunsch

Bei vielen Paaren steht der Wunsch nach einem eigenen Kind ganz oben auf der Liste. Doch nicht immer kann dieser Wunsch einfach und problemlos erfüllt werden: Etwa 15 Prozent aller Paare in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Kommt es innerhalb eines Jahres trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht zu einer Schwangerschaft, spricht man von Sterilität. Dabei liegt die Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch keinesfalls nur bei der Frau. Stattdessen geht man davon aus, dass in jeweils 40 Prozent der Fälle der Grund bei der Frau oder beim Mann und in 20 Prozent der Fälle bei beiden zu finden ist. Eine Sterilität der Frau bezeichnet man auch als Unfruchtbarkeit und beim Mann als Zeugungsunfähigkeit.

Die Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch können sehr unterschiedlich sein. Sie reichen von einem ausbleibenden Eisprung über Krankheiten der Geschlechtsorgane bis hin zu Umwelteinflüssen wie Stress oder Rauchen. So zahlreich wie die Gründe für die Sterilität sind, so unterschiedlich sind auch die Möglichkeiten, sich den Wunsch nach einem Kind doch noch zu erfüllen. Bei seelischen Ursachen wie Stress können beispielsweise Entspannungstechniken oder Akupunktur helfen, Erkrankungen der Geschlechtsorgane können adäquat behandelt werden.

Kann die Sterilität nicht therapiert werden, entscheiden sich viele Paare für eine Adoption. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer künstlichen Befruchtung. Darunter versteht man verschiedene Verfahren, bei denen ein Kind nicht natürlich, also durch Geschlechtsverkehr, gezeugt wird. Je nachdem, bei welchem Partner die Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch liegen, unterscheiden sich die anzuwendenden Techniken deutlich. Bei einer homologen Insemination wird der Samen des Mannes künstlich in den Körper der Frau eingebracht. Ist die Spermienqualität eines Mannes nicht ausreichend, kann auch der Samen eines fremden Mannes verwendet werden (heterogene Insemination). Bei der In-Vitro-Fertilisation (IVF) werden zunächst Eizellen aus den Eierstöcken der Frau entnommen, im Labor mit dem Samen des Mannes zusammengebracht und nach wenigen Tagen in die Gebärmutter eingesetzt. Vor allem, wenn die Samenzellen des Mannes in ihrer Anzahl und Beweglichkeit sehr eingeschränkt sind, kann die Intra-Cytoplastische-Spermien-Injektion (ICSI) durchgeführt werden. Bei dieser Methode werden die entnommenen Eizellen der Frau mittels einer Mikropipette direkt mit einzelnen Samenzellen befruchtet und nach zwei Tagen in die Gebärmutter eingepflanzt.

So unterschiedlich die angewendeten Verfahren sind, so sehr unterscheiden sich auch ihre Erfolgsquoten. Die Chance, durch eine homologe Insemination schwanger zu werden, liegt beispielsweise bei etwa fünf bis zehn Prozent. Bei der IVF und ICSI steigt sie auf ca. 40 Prozent an.


Unsere Spezialisten zu diesem Thema



Prof. Dr. med. Christoph Keck

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe
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Quellen:
Goerke, K., Steller, J. und Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2003
Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 20: Ungewollte Kinderlosigkeit. Robert Koch-Institut, Berlin (April 2004)
Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: http://www.familienplanung.de/kinderwunsch (Stand: Januar 2008)


Autor: Tanja Reinsfelder 
Letzte Änderung am: 09.09.2008